Bolivien 2011 - bei IWY


Um einen kleinen Einblick in die Arbeit vor Ort zu gewähren, möchte ich hier ein paar Bilder zeigen...


Das wunderbare Projekt Inti-Wara-Yassi im bolivianischen Regenwald hat sich dem Tierschutz, dem Naturschutz und der Bewusstseinsbildung verschrieben. Jedes Tier, das hier Zuflucht findet, hat seine Geschichte... Viele kommen aus privater Haltung und sind unterernährt, misshandelt, schwer gestört oder verletzt. Einige verlieren ihre Eltern durch Wilderer und werden per Hand aufgezogen. Andere werden von Zoos übernommen, die keine "Verwendung" mehr für ein Tier haben. Bei allen ist die Vergangenheit düster und von Leid geprägt, umso wichtiger ist es, dass die Zukunft eine bessere ist. 

Und genau das wird ihnen in den drei Parks von IWY gegeben. Nach der medizinischen Notversorgung und einer mehrwöchigen Unterbringung in der Quarantäne-Station werden die Tiere (oft Lebenslang, wenn eine Auswilderung nicht möglich ist) im Park untergebracht. Dafür wurden verschiedenste Areale eingerichtet. Es gibt Monkey-Parks, Volieren für die Vögel und große Käfige mit Arealen zur freien Bewegung für die Großkatzen. Da die Tiere sich jedoch nicht ganz frei bewegen dürfen und ihre Territorien nicht gegenseitig betreten sollen, werden die Katzen von den dort arbeitenden Volunteers auf vorgegebenen Trails stundenlang durch den Wald begleitet. So sind sie immer unter Kontrolle und bewegen sich doch so viel wie möglich in ihrer natürlichen Umgebung. Einigen gelingt es sogar an der langen Leine zu jagen und Beute zu schlagen. 

Diejenigen, die das Glück haben noch nicht zu beeinträchtigt zu sein, so dass man sie wieder auswildern kann, werden behutsam an ein Leben in Freiheit gewöhnt. Viele leben Jahrelang halbwild in den Parks und werden minimal betreut, um den Übergang in die Wildniss so fließend wie möglich zu gestalten. Im Moment entsteht ein dritter Park, dessen Hauptaugenmerk auf der Wiederauswilderung liegt. 

Neben der Arbeit in den Parks betreibt IWY ein Projekt zur Bewusstseinsbildung. An Schulen, bei Demonstrationen und Austellungen und mit Broschüren und Infomaterial wird versucht, der Gesellschaft das Thema Umweltschutz nahe zu bringen... In einer Gesellschaft mit so vielen Problemen ist das sehr schwierig, aber es gibt viele Erfolge und das Bewusstsein der Menschen für die Problematik wird deutlich gestärkt. Langsam wird das Projekt auch international bekannt. Sogar Jane Gooddall hat die Parks im letzten Jahr besucht, um sich ein Bild davon zu machen, und war begeistert... 


Für Mehr Informationen besuchen Sie doch die website:

http://www.intiwarayassi.org/articles/volunteer_animal_refuge/home.html


Und hier nun einige Bilder: 


 

 Brasilianischer Wildkater "Mariano" beim Krallenschärfen...


Der Puma "Popular" bei seiner täglichen Fütterung... 


 

Sandsäcke schleppen für ein neues Fundament an einem der Käfige...


 

Doppelkäfig in der neuen Quarantäne-Station..


Ein Meer von Grün..


Brüllaffen-Dame "Chica" beim Sonnenbaden, bald gehts aus der Quarantäne in den Monkey-Park...


Puma "Carlos"... 


Ein Blick in die Baumkronen.


Der brasilianische WIldkater "Mariano" bei seinem täglichen Spaziergang durch den Wald...


Eine der 6 Schildkröten.

Ara-Dame "Chichi-Richi" beim snacken...


Der Bau der neuen Öko-Toiletten, jeder packt mit an.


Ein Käfig in der alten Quarantäne-Station


Umzug ins neue, grüne Zuhause in der neuen Quarantäne. Der Toucan hat sich richtig gefreut...




Pretty boy "Mariano"...


Miezekatze "Koru" - einer der problematischen Fälle


 Hübsch, jung, gesund.. aber schwer verhaltensgestört.. 


Frisch eingetroffener Baby-Brüllaffe, der nun handaufgezogen wird. 


Die Ökotoiletten nach Inbetriebnahme... ein großer Fortschritt im Camp!


Neuer Käfig in der neuen Quarantäne...


Affenmädchen Titi, leider Langzeitgast in der Quarantäne auf Grund einer hartnäckigen Pilzinfektion. 


Wildschweinchen Dunkan auf Schmusekurs...


Während meines Aufenthalts vor Ort habe ich das Projekt sehr ins Herz geschlossen. Das Engagement der Menschen vor Ort ist enorm groß, viele kommen jahrelang immer wieder hier her um mitzuarbeiten, zu helfen und das Leben mit den Tieren zu erfahren. Die Gemeinschaft zwischen den fest dort lebenden Bolivianos, den bolivianischen Tierärzten und den Volunteers ist sehr eng und freundschaftlich. 

Meine Hauptaufgabe bestand in der Betreuung von "Mariano", dem brasilianischen Wildkater (siehe oben) - stundenlange Spaziergänge im Wald, gemeinsames Klettern auf Bäume, Jagdspiele und Enrichment - und der Betreuung der Quarantäne. Dazu wurden in einem neu angelegten Areal, das viel bessere hygienische Vorraussetzungen bot, neue Käfige aus flexiblen Drahtgittern konstuiert, die duch ihren Aufbau eine deutlich einfachere Reinigung zuließen. Die Käftige waren größer und viele der Tiere erhielten sogar Doppelkäfige. Die Einrichtung wurde so naturnah wie nur möglich gestaltet und ein klarer Enrichment-Plan erstellt, damit immer frisches Grün, Blüten, natürliche Früchte etc. in den Käfigen installiert wurden. Die Umsiedelung aller Tiere aus der alten Quarantäne fand nach 4 Wochen harter Arbeit statt und war ein voller Erfolg. Alle reagierten sehr gut auf die neue Umgebung und entwickelten sich in der Zeit danach sehr positiv, so dass die meisten bald die Quarantäne verlassen konnten...

Die Arbeit war sehr hart aber sehr erfüllend. Jeden Tag geht man zerschunden aber glücklich ins Bett. Nie werde ich diese Erfahrung vergessen...